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Geburt eines Kindes im Ausland

15.12.2017 - Artikel

Hier finden Sie Informationen zur Staatsangehörigkeit im Ausland geborener Kinder deutscher Staatsangehöriger sowie zum deutschen Namensrecht und der Möglichkeit, deutsche Geburtsurkunden zu erhalten.

Eine generelle Pflicht, eine Geburt im Ausland dem zuständigen deutschen Standesamt anzuzeigen, besteht nicht. Aber: Sind sowohl die Eltern als auch das Kind nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren, kann die Anzeige für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit entscheidend sein! Für Hinweise hierzu klicken Sie bitte hier. Eine Nachbeurkundung der Auslandsgeburt ist aber immer empfehlenswert, da so insbesondere die Namensführung für den deutschen Rechtsbereich geklärt ist. Ist die Geburt in Deutschland beurkundet, können dort später stets neue Geburtsurkunden bestellt werden.


Beantragung einer Geburtsurkunde für Ihr Kind

Die deutschen Auslandsvertretungen sind Deutschen, die sich in Japan aufhalten, bei der Antragstellung behilflich und nehmen Beglaubigungen und Bescheinigungen vor, welche für die weitere Bearbeitung durch das zuständige Standesamt in Deutschland notwendig sind. Zur Antragstellung sollten beide Eltern zur Botschaft kommen.

Zuständig für die Beurkundung der Geburt ist ab 01.11.2017 das Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich das Kind oder (wenn das Kind nie in Deutschland wohnte) die antragstellende Person ihren Wohnsitz hat oder zuletzt hatte oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat. Das minderjährige Kind teilt dabei den Wohnsitz seiner gemeinsam sorgeberechtigten Eltern oder seines allein sorgeberechtigten Elternteils. Die Weiterleitung an das zuständige Standesamt in Deutschland erfolgt durch die Eltern. Die Bearbeitungszeiten hängen hier vom jeweiligen Standesamt ab.

Eine Zuständigkeit des Standesamts I in Berlin ist nur gegeben, wenn weder das Kind noch die antragstellende Person jemals (auch nicht als Kind) im Inland wohnhaft waren.

Bitte bringen sie die notwendigen Unterlagen vollständig mit und reservieren Sie bitte einen Termin über unser Terminvergabesystem.

Bitte beachten Sie auch die untenstehenden Hinweise bei getrennter Namensführung, nicht miteinander verheirateten Eltern und Eltern, die beide nicht die japanische Staatsangehörigkeit besitzen.

Terminvergabesystem


Notwendige Unterlagen

  • Vollständig ausgefülltes Antragsformular
  • Japanische Geburtsurkunde des Kindes mit Apostille und Übersetzung. Besitzt ein Elternteil die japanische Staatsangehörigkeit, so ist dies ein Auszug aus dem Familienregister (Koseki Tohon)*. Besitzen beide Elternteile nicht die japanische Staatsangehörigkeit, so ist dies die Geburtsmeldung („Shussei Todoke Juri Shomeisho“)
  • Heiratsurkunde der Eltern (deutsche Heiratsurkunde oder japanischer Auszug aus dem Familienregister (Koseki Tohon)* mit Apostille und Übersetzung)
  • Geburtsurkunden der Eltern  (Original und eine Kopie) Geburt in Deutschland bzw. Geburt in Deutschland registriert:  Deutsche Geburtsurkunden sollten als  beglaubigte Abschriften der Geburtenregister eingereicht werden. Sie sind beim Standesamt des Geburtsortes erhältlich.  Geburt in Japan ohne Registrierung in Deutschland:  Auszug aus dem Familienregister (Koseki Tohon)* mit Apostille und Übersetzung
  • Gültige Reisepässe beider Eltern (Originale und je eine Kopie der Datenseite)
  • Sofern es sich nicht um das erste gemeinsame Kind handelt: Geburtsurkunden der älteren, gemeinsamen Kinder
  • Elternteil aus Drittstaat:  Bitte informieren Sie sich auf der Webseite der deutschen Auslandsvertretung im Herkunftsstaat des Elternteils  welche Unterlagen benötigt werden. Der ausländische Elternteil sollte sich bzgl. der Beschaffung der nötigen Unterlagen auch bei der Auslandsvertretung seines Landes in Japan und ggfs. bei den örtlichen Behörden in seinem/ihrem Heimatland erkundigen.

*Eine Ausfertigung für alle Nachweise, die durch den Familienregisterauszug (Koseki Tohon) belegt werden, genügt.

Bitte bringen Sie zusätzlich Folgendes mit:

- Kopie von Dokumenten, die nicht im Original weitergeleitet werden

- Einen zusätzlichen kompletten Satz Kopien aller eingereichten Unterlagen

Apostille

Übersetzung

Nicht miteinander verheiratete Eltern

Bei nicht miteinander verheirateten Eltern wird der biologische Vater erst durch eine wirksame Vaterschaftsanerkennung auch rechtlich zum Vater des Kindes. Bitte beachten Sie, dass das Kind auch die deutsche Staatsangehörigkeit durch seinen deutschen Vater erst dann erhält, wenn dieser die Vaterschaft anerkannt hat. Die Botschaft kann Vaterschaftsanerkennungen aufnehmen. Bitte wenden Sie sich mit weiteren Fragen dazu telefonisch oder per Mail an die für Sie zuständige Auslandsvertretung.

Hat in Japan bereits eine Vaterschaftsanerkennung stattgefunden, fügen Sie bitte das japanische Familienbuch (Koseki Tohon) mit der Eintragung mit Apostille und Übersetzung bei.

Getrennte Namensführung der Eltern

Beide Eltern sind deutsche Staatsangehörige:

Die Eltern müssen für ihr erstes Kind gemeinsam eine Erklärung zur Namensführung abgeben und beide Eltern müssen bei der Beantragung persönlich anwesend sein. Die Erklärung ist im Formular für die Geburtsanzeige enthalten, kann aber auch separat abgegeben werden. Die Namenswahl erstreckt sich auch auf nachfolgend geborene gemeinsame Kinder.

Ein Elternteil besitzt nicht die deutsche Staatsangehörigkeit:

Es gilt das zuvor genannte.

Ausnahme: Die Eltern können das Recht eines der Staaten, denen sie angehören, für die Namensführung des Kindes wählen. Sofern sich die Eltern beim ersten Kind für das ausländische Namensrecht entscheiden, muss für jedes weitere gemeinsame Kind erneut eine Namenserklärung abgegeben werden.

Eltern, die beide nicht die japanische Staatsangehörigkeit besitzen

Für Eltern, welche beide nicht die japanische Staatsangehörigkeit besitzen, wird eine Geburtsanzeige dringend angeraten, da für Ausländer in Japan kein Familienregister (Koseki Tohon) geführt wird, in das die Geburt eingetragen werden kann.

Die Gemeindeverwaltung erteilt eine „Bescheinigung über die Annahme einer Geburtsmeldung“ (Shussei Todoke Juri Shomeisho). Diese erbringt den Nachweis der Geburt gegenüber deutschen Behörden, wenn sie mit Apostille und beglaubigter Übersetzung versehen ist.

Gebühren

Für die Beglaubigung des Antrags durch die Deutsche Auslandsvertretung fällt eine Gebühr von 20 bzw. 25 Euro an. Weitere Gebühren fallen für die je nach Einzelfall ggf. erforderliche Kopiebeglaubigung (mind. 10 Euro) und/oder Bescheinigung zur Übersetzung (25 Euro) an. Die Gebühren sind in japanischen Yen zum jeweiligen Tageskurs zu bezahlen.

Das deutsche Standesamt verlangt zudem eine Gebühr für die Beurkundung sowie eventuell bestellte Urkundenausfertigungen. Die Gebühren variieren je nach Bundesland und Einzelfall und sind beim Standesamt einzuzahlen. Informieren Sie sich hierzu bitte bei dem für Sie zuständigen Standesamt.


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