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Eine ganz andere Atmosphäre als die der vitalen Lebensfülle des Shinto und der irdischen Machtentfaltung des Tokugawa-Feudalismus verbreiten die buddhistischen Kultbilder des Gartens.

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Pagode© Deustche Botschaft Tokyo

Eine ganz andere Atmosphäre als die der vitalen Lebensfülle des Shinto und der irdischen Machtentfaltung des Tokugawa-Feudalismus verbreiten die buddhistischen Kultbilder des Gartens.

Sie erinnern an die Ausstrahlung der Lehre Gautamas auf Japan seit dem 6. Jahrhundert n. Chr. Der unweit der Botschaft gelegene Zempuku-ji, ein Tempel, der von dem grossen Wegbereiter der buddhistischen Lehre, Kobo Daishi (774-835), errichtet worden sein soll, geht auf eine Epoche der japanischen Geschichte zurück, in der das Land MUSASHI noch eine weglose Einöde war und das Geschlecht der Tokugawa noch nicht existierte. Hier, in der „östlichen“ Randzone des Stammlandes Yamato, wurde von einer Handvoll in die Geheimnislehre eingeweihter Priester eine Form des esoterischen Buddhismus zelebriert - eine wie von einem anderen Stern ausgestrahlte pantheistische Mystik, unverstanden von den einfachen Menschen des Volkes.

Mit Ieyasu fand eine grundverschiedene Glaubensrichtung Eingang in Edo, die im 13. Jahrhundert von den Priestern Honen und Shinran erfahren und gepredigt wurde: Die Verheißung, daß allein durch die inbrünstige Anrufung des heiligen Namens - „namu amida buddha“- die Erlösung von allen irdischen Leiden erlangt werden kann.

Ieyasu, der selbst diesem Glauben anhing, rief den Priester Komyo (1558-1614) nach Edo und unterstützte ihn großzügig beim Bau des Higashi Honganji, der östlichen Zweigniederlassung des Glaubenszentrums der jodo shinshu, der Sekte des Reinen Landes in Kyoto. Die neue Erlösungslehre fand in den breiten Schichten der werktätigen Bevölkerung Edos so großen Widerhall, daß auch die Priester des Zempuku-ji sich zu der Verheißung des Paradieses bekehrten. In der Nachbarschaft des Zempuku-ji, in der schönen Steinpagode des Gartens und in den buddhistischen Kultbildern des Gartens spiegelt sich ein bedeutsamer Vorgang der japanischen Religionsgeschichte wieder: der Übergang von einer anspruchsvollen Lehre der Selbsterlösung (jiriki) - beispielhaft im ZEN - zu einer Volksreligion der Erlösung durch die Gnade einer überirdischen Macht (tariki).

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